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Polizei
Die Schatzsuche
Autorin: Birgit Enser
Eingestellt am: 01.11.2006
"Ey Alter, guck, hier is was! " Benno klang schrecklich aufgeregt, obwohl er sonst immer den "Coolen" raushängen ließ. Tobias ging zu ihm hinüber, um zu sehen, was sein Bruder nun schon wieder ausgebuddelt hatte. Er selbst interessierte sich nicht so sehr für diese Schatzsucherei, aber Benno war seit Tagen wie besessen von der Idee, etwas zu finden, womit sie beide auf einen Schlag berühmt würden. Oder reich. Oder noch besser, beides. Bis auf einen Löffel und ein paar alte Konservendosen hatten sie bisher jedoch nichts gefunden.

Tobias sah also ziemlich gelangweilt zu, wie Benno mehr und mehr von seinem Fund zu Tage brachte. Als er den Gegenstand endlich in den Händen hielt, zwar immer noch recht schmutzig, aber dennoch gut zu erkennen, blieb den beiden Jungen vor Schreck der Mund offen stehen.

Benno fasste sich als erster. "Scheiße Mann, das is´n Totenkopf! " Tobias sah das genauso, er spürte ein Gefühl der Übelkeit in sich aufsteigen und wich zurück.

"Tu das weg, Benno, das ist unheimlich. " Benno sah ihn nur verächtlich an. "Du bist ´ne Memme. Wegwerfen! Bisse blöd? Los, wir sehn nach, ob da noch mehr Knochen sind. Das wärs doch. Wir beide klärn ´nen Mord auf. "

Tobias hatte nicht die geringste Lust, einen Mordfall aufzuklären. Er wollte auch nicht noch weiter in der Erde wühlen, um Knochen zu suchen. Er wollte sie nicht anfassen, er wollte nicht mehr in diese Löcher, die mal Augen waren, schauen. Er wollte weg. Aber das kam natürlich nicht in Frage, weil Benno sich sowieso schon dauernd über ihn lustig machte.

Anfangs war er ja noch ganz stolz gewesen, dass Benno gerade ihn in seine Schatzsuche eingeweiht hatte, aber irgendwann war das Ganze langweilig geworden, und er hatte sich nach seinem Zimmer und seinen Büchern zurückgesehnt. Und nun das! Abhauen kam nicht in Frage, also fing Tobias mutig an zu graben, hatte aber ständig das Gefühl, jeden Moment kotzen zu müssen.

Sie suchten noch fast eine Stunde, fanden aber nichts mehr. Benno machte dann Anstalten, den Schädel in seinen Rucksack zu packen.

"Du nimmst den doch wohl nicht mit nach Hause?! Lass ihn liegen! Außerdem sollten wir die Polizei rufen. " "Quatsch" meinte Benno, "der gehört mir. Ich hab´ den gefunden. "

Damit wandte er sich um und lief die Wiese runter zur Straße. Tobias trottete natürlich hinterher, was sollte er auch machen?!

Zu Hause machte Benno den Schädel erstmal sauber und versteckte ihn dann unter seinem Bett. "Wehe, du petzt! ", warnte er Tobias.

Für Tobias begann nun eine schreckliche Zeit. Er konnte kaum noch schlafen. Immer war er sich bewusst, dass dort unter dem Bett seines Bruders der Schädel dieses Toten lauerte.

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