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Der Mob
Autor: Franz Ruthner
Eingestellt am: 12.01.2003
Dieser Text im pdf-Format: der-mob.pdf (37 kByte)

Er steht immer noch in der Ecke. Der Mob. Der Wischmob, den ich vor knapp einem Jahr erworben habe. Nun, wer htte ihn sonst schon gekauft, kaum jemand verwendet heute noch einen Mob, noch dazu einen ausgefransten, mit abgeschlagener, rot lackierter Federstahlstange und einem schwarzen Kunststoffgriff. Doch fr mich war es der wohl entscheidenste Kauf meines Lebens, noch immer rtsle ich, ob der Verkufer ber das besondere Geheimnis der Haushaltshilfe bescheid wusste.

Heute regnet es. Wie schon seit Tagen, kein erbauliches Frhsommerwetter. Doch auch das kann mir meine Stimmung nicht trben, nicht seit ich der Besitzer dieses wundersames Mobs bin, oder besser gesagt, seit er bei mir ist, seit er mich begleitet. Damals, an diesem besonderen Tag, dem Tag, als ich den Mob kaufte, strahlte die Sonne vom Himmel, man konnte den, vom Azorenhoch hereinstrmenden Hochsommer, frmlich riechen. Ich wachte an diesem Sonntag schon gegen sieben Uhr auf, blieb noch etwas in den Federn, bltterte in alten Magazinen, holte mir den Kaffee ins Bett, lauschte den Frhnachrichten. Ich hatte keine Eile. Fr den Mittag war ich bei Freunden zum Essen eingeladen, was auch der Grund war, dass ich mein Frhstck auf den Kaffee beschrnkte. Mein Freund Helmut kochte ausgezeichnet und sehr ppig. Gegen halb zehn drehte ich mich aus dem Bett, duschte, rasierte mich, rumte die Kche auf, schaltete den Geschirrspler ein. Schn langsam bekam ich meinen Haushalt in den Griff, schaffte es, alle Notwendigkeiten zu erledigen, sodass die Wohnung recht adrett blieb, ohne in einen Putzwahn zu verfallen.

Schon am Vorabend hatte ich entschieden, dass ich fr diese Einladung einen Anzug tragen wrde. Zwar wre ich der einzige, der nicht in Jeans und T-Shirt am Tisch sitzen wrde, aber es wrde zumindest fr etwas Gesprchstoff sorgen. An meinem dreiigsten Geburtstag hatte ich, von einem kleinen Rausch getragen, verkndet, dass ich an meinem vierzigsten Geburtstag ein Lagerfeuer entznden wrde, entfacht mit allen meiner Jeans und ich fortan nur noch Anzge tragen wrde. Es waren noch ein paar Jahre hin bis zu diesem Termin, und dass ich nun immer hufiger meine alten Anzge auftrug, hatte eher praktische Grnde. Ich besa keine Waschmaschine. Zwar war im Haus eine Waschkche eingerichtet, doch bis zum nchsten Waschtermin wurde mir die Freizeitkleidung meist zu knapp und ich sparte meine Jeans fr die Wochenenden mit den Kindern auf, um mit ihnen herumtollen zu knnen. Anfangs fhlte ich mich unwohl und angestarrt in dieser ungewohnten Kleidung. Doch das legte sich bald, ich erkannte auch die Vorteile von Sakko und Bundfaltenhose. Im Sakko waren

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