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(175)
Am 03.03.2006 um 07:52 Uhr schrieb K. Buchbauer aus Bremen (dichtergrab@web.de):

Hallo,

die Frage, wie hart ein Polizist sein muss, um seinen Job - ohne dass er selbst daran zerbricht - machen zu können, ist nicht zu klären. Dies ist nämlich eine Sache der "Verarbeitung". Und ist es nicht eine Art der Verarbeitung von Problemen, über diese zu schreiben. Zugegeben, ein wenig an "High noon" erinnern Schilderungen wie die: Blick über die Hügel der Stadt, die im Morgenlicht liegt und allmählich erwacht, schon. Zu klischeehaft, könnte man sagen. Aber dies alleine macht aus einer Erzählung noch lange keine schlechte.

Gruß
K.B.


(174)
Am 02.03.2006 um 18:07 Uhr schrieb Kirscht Günther aus Grünwald (g.kirscht@web.de):

Hallo Herr Echsler!
Ganz unwidersprochen will ich Ihren Beitrag nicht stehen lassen.
Wenn das bei Ihnen so angekommen ist, das hier ein kühler harter Polizist schreibt, so kann ich das nicht ändern. Ob dies aber schon ausreicht, beurteilen zu können, nichts mit mir zu haben zu wollen und das meine Seele womöglich vollends verkrustet ist, das wage ich zu bezweifeln. Da reichen ein paar Zeilen einer kritischen Betrachung einen Buches nicht aus. Haben Sie das Buch gelesen?
Ich könnte Ihnen ein paar "Geschichten" erzählen, wo sowohl der harte, kühle Polizist, als auch der einfühlsame, verständnissevolle Bulle gefragt war.
Nur, wie man es schildert,(in dem Buch) darauf kommt es mir an.

In diesen Sinne!

gk



(173)
Am 02.03.2006 um 17:50 Uhr schrieb Kirscht Günther aus Grünwald (g.kirscht@web.de):

Hallo Kollege Marek!
Da muß ich mich doch nochmals melden, da Du dich ja echt voll reingehängt hast.Ich sprach aber in meinem Beitrag nicht von der Normalität unserer Arbeit, sondern der Schilderung unserer Arbeit. Also ist war 25 Jahre auf der "Straße" und lehnte nie an der Motorhaube und die Stadt lag noch ruhig vor mir und ich sah den Horizont hochkommen. Aber vielleicht sollte ich nicht so "kleinlich" sein.
Ansonsten, wenn ich so Deinen Beitrag lese...hattest Du Frust oder oder glaubst Du, mein Beitrag macht auf harter Hund?.
Bei weitem nicht. Aber ich konnte diesen Job nur verrichten, indem es bei mir immer eine scharfe Trennungslinie gab. Und die habe ich immer gefühlt. Darum sprach ich auch am Ende meinem Beitrags von den Gefühlen, mit denen man umzugehen verstehen muß.
Man könnte sich noch viel über dieses Thema unterhalten, aber ich glaube dieses Forum ist hier nicht so geeignet.


(172)
Am 28.02.2006 um 10:39 Uhr schrieb Christina Nachtsheim aus Boxberg (c.nachtsheim@web.de):

Hallo,

ich bin Christina, 30 Jahre alt und wieder mal auf der Suche nach meinem Vater.
Die Sache ist Aussichtslos, aber nicht Hoffnungslos.
Ich muß ca. im Mai 1975 in Bad Kissingen im Udohotel gezeugt worden sein. Meine Mutter (damals 20) lernte dort in der Disco einen Mann kennen und nach einer Woche trennten sich ihre Wege wieder.
Das dumme ist, das meine Mutter vermutete er sei verheiratet und bereits ein Kind hätte (evtl. Sohn). Sie sah ein Bild bei ihm. Er nannte sich Harri, war ca. 27 Jahre alt, groß, blond und blauäugig.
Er war den Terroristen (Bader Meinhof) auf der Spur. Er fuhr ein dunkles, für damalige Verhältnisse teures Auto mit dem Kennzeiche KA oder KS und trug eine Waffe. Er erzählte meiner Mutter, das er auch Polizeihunde ausbildete und dies vom Fernsehen schon mal gefilmt wurde. Angeblich hätte sie im Kernkraftwerk nach Harri fragen können (keine Ahnung welches). Sie sah seinen Ausweis, seine Dienstmarke, allerdings kann sie sich nicht mehr an die Dinge erinnern. Sein Nachnahme lautete so ähnlich wie Steiner (irgendwas mit St...). Sie hatte seine Telefonnummer, doch wollte sie nicht in eine Ehe einbrechen und warf sie weg. Er sagte ihr komischerweise zum Abschluss, falls sie schwanger sei solle sie sich melden...
Als ich 8 Jahre alt war suchte das Jugendamt nach ihm, doch es hatte keinen Erfolg.
Ich selbst hatte bisher auch keinen Erfolg, der BND gibt keine Auskunft und für Journalisten hatte ich kein Geld, sie räumten mir auch keine große Chance ein.
Jetzt bin ich gerade 30 geworden, das zweite mal verheiratet und habe drei Kinder - alle blond und blauäugig.

Vielleicht erinnert sich zufällig jemand an diesen Mann?
Ich räume natürlich ein, dass er bereits tot sein kann - bei seinem Beruf. Dennoch würde ich gerne wissen wo meine zweite Hälfte hingehört.
Deshalb bin ich für jeden Hinweis dankbar...


Vielen Dank
Christina



(171)
Am 27.02.2006 um 23:54 Uhr schrieb Gerald Marek aus Ellwangen (geraldmarek@web.de):

Zum Beitrag vom Kollegen Günther Kirscht möchte ich anmerken:

Du fragst nach Normalität unserer täglichen Arbeit. Da erhebt sich erst einmal die Frage "Was ist die Normalität?" Für einen Kollegen, der im Stab arbeitet und tagtäglich mit Akten und einzuhaltenden Terminen kämpft, ist sicher etwas anderes Alltag als für einen Streifendienstler, der zerfledderte Bahnleichen zusammensammeln muss, oder einen Kripo-Beamten, der auf einen Rauschgift-Dealer ansitzt, oder der Bepo-Kollege, der Angst um sein Leben hat, weil eine Horde Hooligans ihn im Fanblock verdreschen will.
Im Polizeiberuf gibt es nix "normales". Man könnte auch sagen "Alles ist normal". Sind wir doch mal ehrlich, warum gibt es in unserer "Firma" überproportional viele Scheidungen oder Alkoholker? Wie viele Kollegen haben sich schon mit der Dienstwaffe das Hirn weggeblasen? Ich bin mir sicher, dass das daran liegt, dass viele Kollegen ihren Stress (welcher Art auch immer) nicht verarbeiten können. "Wir sind die Weltverbesserer, die Rächer, die harten Kerle", spukt vielleicht im Hinterkopf herum, genauso die Angst vor der Beurteilung. Wenn jetzt da der Chef "nicht belastbar" ankreuzt nur weil ich mal geheult oder gekotzt habe, dann ist EDEKA (Ende der Karriere).
So ein Mist ist noch in vielen Polizistenköpfen verankert und dieses Bild haben wir in die Bevölkerung hinausgetragen.
Selbstverständlich müssen wir den Super-Bullen markieren, wenn wir einem Zweieinhalb-Zentner-Mann gegeüber stehen, der gerade seine Familie verdroschen hat und den man in Gewahrsam nehmen muss. Aber es soll mir keiner erzählen, dass er das ohne mit der Wimper zu zucken wegsteckt als wäre er Dirty Harry - das ist völliger Unsinn.
Man darf Angst haben, man muss es sogar, um in manchen Situationen zu bestehen. Doch war und ist es richtiger Mist, dass man hinterher nicht darüber redet. Die Kollegen könnten mich ja als Weichei einstufen und mich mobben.
Wie gesagt, es ist völlig Wurst, warum ein Kollege Stress hat, aber ihn dann als dienstuntauglich in dem "harte-Männer-Job" abzutun, ist fatal. Die billigste Vorsorge, um ein burn-out-Syndrom (und das kann JEDEN treffen)zu verhindern ist REDEN und ZUHÖREN. Oder SCHREIBEN - wie einige Kollegen es auf dieser Seite tun.
Und was ist schlimm daran, dass wir den Leuten "draussen" sagen, dass wir zwar eine Uniform anhaben und dass wir staatlich autorisiert sind, Gewalt auszuüben, aber trotzdem ganz normale Menschen sind, die auch nicht gegen (posttraumatische) Stress-Syndrome gefeit sind? Wenn irgendein Kollege mal Mist gebaut hat, möchten wir doch auch nicht, dass es heißt "die Polizei" hat dies getan. Also müssen wir im Gegenzug auch sagen können, dass wir keinen Klone sind, die alle gleich reagieren.

Jeder von uns kann ruck-zuck in eine Situation kommen, die jahrelange Alpträume hervorruft oder dass uns der Stress langsam aber sicher, ohne dass wir es gleich merken, auffrisst. Und dann müssen wir froh sein, wenn uns jemand zuhört.
Gott sei Dank gibt es hier endlich ein Sprachrohr, das genau dies der Welt außerhalb der Polizei mitteilt. Und glaub mir, Kollege Kirscht, die Polizisten, die hier schreiben sind alles andere als Heulsusen, mit denen man es sich nicht trauen kann auf Streife zu gehen und die sich besser einen anderen Beruf aussuchen sollten. Das zu denken wäre hirnrissig.
Ich bin schon zu lange Polizist, als dass ich nicht herausgefunden hätte, dass "Mensch in Uniform" zu sein einerseits manchmal schwer ist, aber andererseits die Arbeit exorbitant erleichtert. Und wenn man mal beim Überbringen einer Todesnachricht mit den Hinterbliebenen mitheult, dann ist das vor allem für einen selbst gesünder (abgesehen vom positiven Bild der Polizei), als ein Sprüchlein runterzuleiern und schnell wieder abzuhauen.

Grüße aus Ellwangen

Gerald Marek


(170)
Am 27.02.2006 um 17:49 Uhr schrieb Franz Echsler aus Neumarkt (DrEchsler33@aol.com):

Hallo Herr Kirscht,

Sie sollten wissen, dass ‚Kritik’ nicht automatisch etwas Negatives sein muss, und dass sie hier weitestgehend positiv ist, spricht doch für sich!

Mit Ihrem Kommentar, oder nennen wir es ruhig Kritik, erfüllen Sie allerdings genau das Klischee, dem die Verfasser/Autoren in dieser Seite und in dem genannten Buch entgegenwirken wollen. Nämlich dem des kühlen, harten Polizisten, für den es nicht angebracht ist, Gefühle zu haben, geschweige denn, diese zu zeigen.

Aber wenn Sie sich so wohler fühlen, warum nicht? Jedem das Seine! Dienstlich möchte ich aber besser nicht mit Ihnen zu tun haben, dann schon lieber mit einem Beamten, dessen Seele durch die tägliche Arbeit nicht schon vollends verkrustet ist.

F. Echsler



(169)
Am 26.02.2006 um 14:24 Uhr schrieb Kirscht Günther aus Grünwald (g.kirscht@web.de):

Habe kein Problem damit, meine E-mail Adresse zu hinterlassen. Hier ist sie nochmals
g.kirscht@web.de
Und als Heckenschütze versteh ich mich überhaupt nicht. Aber Meinung und Kritik sind bei uns nicht sonderlich gefragt,oder?
gk


(168)
Am 26.02.2006 um 12:15 Uhr schrieb Sibylle aus Erdmannhausen (Sibyllensteinchen@freenet.de):

Ich habe mir das Buch gekauft und würde es jedem weiterempfehlen. Die Geschichten sind echt toll geschrieben und fordern zum Nachdenken auf. Weiter so


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